Mittwoch, 10. November 2010

Lang lang ist's her... vielleicht hilft der Vogel über den Trennungsschmerz hinweg

Ich weiss, ich weiss... bloggen heisst regelmässig etwas zu schreiben... und nicht nur alle Jubeljahre einmal. Ich gelobe Besserung!

Seit meinem letzten Post hat sich so einiges in meinem Leben geändert und dementsprechend auch ein wenig mein Koch- und Essverhalten. Mein Göttergatte und ich erwarten nämlich im Januar Familienzuwachs und dies - oh Wunder - hat meine Essenswünsche irgendwie beeinflusst.... nein nicht was ihr jetzt denkt - es gibt keine Gewürzgurken mit Schlagsahne oder ähnliches, aber irgendwie hatte ich weniger Lust zum Kochen...

Nichtsdestotrotz (tolles Wort, gell?) dachte ich mir, nachdem auch meine Kollegen angemerkt haben, dass mein letztes Rezept ja nun wirklich schon eine Weile zurückliegt, sollte ich mich doch mal wieder mit etwas Leckerem bei Euch melden - die Zeit ist reif für ein herbstliches Gericht - nennen wir es mal Ganzer Vogel mit Füllung und Ahornsirup-Johannisbeer-Glasur:

Die Füllung (passt fantastisch zum ganzen Truthahn - Thanksgiving Dinner lässt grüssen oder aber auch zu  Huhn oder Gans) - Mengenangaben beziehen sich auf 2 Hühner von je ca. 1 Kg:

1 mittelgrosses Baguette vom Vortag oder noch viel älter - sollte schon schön trocken sein & dann in 2-3cm grosse Würfel geschnitten sein
150-200 gr Speck (vorgewürfelt in jedem Supermarkt heute erhältlich)
1 grosse Zwiebel - schon wieder gewürfelt
Frischer Thymian - so ca. 3-4 Äste - Blättchen abgezupft
2 Stangen Staudensellerie (der Rest des "Busches" kann ebenfalls geputzt und gewürfelt werden und verschwindet in den Tiefen meines oder in diesem Fall Eures Tiefkühlers) in 1/2cm Würfel geschnitten
Salz & Pfeffer (wie immer frisch gemahlen)
2 Gläser trockener Weisswein (und am Besten eins für Euch zusätzlich)

Alles ausser Thymian Brot & Wein in einer Pfanne anbraten bis die Zwiebel glasig sind und kräftig mit Salz & Pfeffer würzen. Das Brot mit dem Thymian in eine grosse Schale geben und das Angebratene leicht abgekühlt dazugeben - alles schön per Hand mischen & zum Schluss den Wein darüber verteilen und weitermischen. Die Mischung sollte immer noch stückig aber das Brot leicht mit Wein getränkt sein.

Das ganze in die 2 Hühner stopfen und diese mit Zahnstochern und Küchengarn verschliessen.

Die Hühner von aussen salzen & pfeffern und in einen Bräter oder eine tiefe Auflaufform legen - das ganze geht dann bei 170°C Unter - und Oberhitze in den Backofen und schmurgelt dort eine halbe Stunde vor sich hin.

Die Glasur - nach der man sich die Finger abschlecken will:

150 gr Butter, wenn gesalzene, dann bitte das extra salzen entfallen lassen
2 - 3 Esslöffel Johannisbeergelee (selber gemacht von Mutti oder das Ersatzprodukt aus dem Supermarkt)
2-3 Esslöffel Ahornsirup (danke Laura für den Nachschub)
ein paar Zweige frischer Thymian
1-2 Knoblauchzehen ungeschält und einmal mit dem grossen Messer angedrückt
Salz & Pfeffer

0,5 - 1l Hühner - oder Kalbsfond für die Saucenbasis

Butter und Johannisbeergelee langsam in einem kleinen Topf oder einen Glasmessbecher auf dem Herd schmelzen lassen. Knoblauch, Thymian und Ahornsirup können auch gleich von Anfang an mit rein. Nach Gusto salzen und pfeffern. Leicht abkühlen lassen.

Die Hühner nach der ersten halben Stunde jede 15 Minuten mit der Glasur bestreichen - damit nicht alles am Boden des Bräters oder der Auflaufform kleben bleibt und wir hinterher noch eine leckere Sauce zaubern können immer mal wieder etwas Hühner - oder Kalbsfond (selbstgemacht wäre super, aber die Variante aus dem Glas geht natürlich auch) angiessen. Insgesamtt sollten die Hühner 1,5 Stunden im Ofen bleiben und eine schöne braune knusprige Haut haben - eventuell die Temperatur etwas nach unten regeln sollte die Haut zu schnell dunkel werden. Danach aus dem Bräter/Auflaufform nehmen und ein wenig ruhen lassen.

Den entstandenen Bratensatz eventuell mit etwas Wasser und dem restlichen Fond aufgiessen und auf dem Herd aufkochen. Die Überreste der Glasur dazugeben und alles 5 Minuten köcheln lassen und dann Thymian und Knoblauch entfernen. Das Ganze mit einer Mehl-Stärkemehl (Mondamin oder Maizena) - Wassermischung andicken und mit Salz & Pfeffer abschmecken.

Die Hühner tranchieren die mit der Füllung anrichten - die Sauce separat dazu reichen.

Für Truthahn oder Gans die Menge der Füllung und der Glasur ein wenig nach oben ändern, damit die Vögel ausgefüllt sind und die Glasur für mehrere Schichten Glasur aussreicht.

Und nun noch ein paar Worte zu passenden Beilagen - ich mag am liebsten Kartoffelgratin, Kartoffelpüree, grüne Bohnen mit Speck oder Rosenkohl dazu - aber da lasse ich Eurer Fantasie freien Lauf ;-)

Bon Appetit!