Samstag, 20. Februar 2010

Winterwetter & was Warmes

... das letzte Mal habe ich Euch vor knapp 2 Wochen etwas geschrieben... Asche auf mein Haupt - aber nach dem Urlaub hatte mich der Arbeitsalltag (ja ich gehe einer täglichen Beschäftigung mit Freude nach) irgendwie wieder voll im Griff, so dass ich zwar zum Kochen gekommen bin, aber zum Schreiben hinterher irgendwie nicht. Ich gelobe Besserung - sonst würde die ursprüngliche Idee eines Blogs ja glatt verfehlt.


Der Winter hat uns hier voll im Griff (immerhin noch nicht so lange und ausgiebig wie Norddeutschland - Gruss an die Familie) und der Frühling lässt leider ziemlich auf sich warten...


Was macht man dagegen, ausser sich mit Wolldecke und Tee auf dem Sofa festzusetzen...? Richtig man kocht sich etwas, das auch von innen wärmt & dazu auch noch nostalgische Gedanken aufkeimen lässt. Ich weiss nicht so genau, was mich geritten hat - aber für mich war das eine (fast) traditionell gekochte Linsensuppe. Mancher mag jetzt sagen... iiiiihhh Linsensuppe, die hat mir schon als Kind nicht geschmeckt - mir aber schmeckts & ich konnte feststellen, dass ich da zumindest unter den Kollegen einige begeisterte Linsensuppen- Liebhaber gefunden habe. Ja ok, aufgewärmt leider in der Mikrowelle - aber immerhin besser als Kantinenessen :-)


Was gehört denn in die leckere selbstgekochte Suppe, bzw. was ist alles in meinem Topf gelandet (für 6 schöne Portionen) ?


150 gr braune Linsen, getrocknet & nicht eingeweicht
150 gr rote halbierte Linsen, getrocknet & nicht eingeweicht
50-100 gr geräucherter Speck, gewürfelt
50-100 Chorizo (die hat meine Mama nie da rein gemacht, aber war im Kühlschrank & hat sich als leckere Zugabe erwiesen)
1 grosse Zwiebel, klein gewürfelt
2-3 mittlere Karotten, in 0,5 cm grosse Würfel geschnitten (müssen nicht alle gleich gross sein, wird ja ein Eintopf)
1/4 Sellerieknolle, in 0,5 cm grosse Würfel geschnitten (jap... wie die Karotten)
300 gr festkochende Kartoffeln, in 0,5 cm grosse Würfel geschnitten (auch hier wieder - das Auge isst ja mit...)
1 Stange Lauch, in "Würfel" geschnitten (Würfel ist schwierig, aber ihr versteht hoffentlich, was ich meine...)
1,5 l heisse Geflügelbrühe (I know... Convenience Produkt... aber die Coop Fine Food Variante ist wirklich ok)
1 EL Tomatenmark
2 Lorbeerblätter
2 Nelken
1 EL Zucker
2-3 EL milder Rotweinessig
4 Wiener Würstchen
2 EL Butter
Salz, Pfeffer


Und nun geht's an den Herd (am Schneidebrett haben wir uns ja nun schon lang genug aufgehalten - geübte Köche fangen  wahrscheinlich schon während des Schneidens mit dem brutzeln an...):


Die Butter (Pflanzenöl geht zur Not auch, Butter schmeckt einfach besser) in einem grossen Topf (5l mindestens) erhitzen und Zwiebeln so ca. 2-3 Minuten anschwitzen (Hitze nicht zu hoch einstellen... auf meinem Herd gibt es 6 Stufen und ich erhitze erst auf Stufe 6 und schalte dann auf 4-5 runter, denn ich mag den Geschmack von angebrannten Zwiebeln nicht so gerne & mag auch nicht wieder von vorne anfangen), dann die Speckwürfel hinzugeben und nochmals so 1-2 Minuten schmurgeln lassen. Nun die Karotten und Selleriewürfel hinzugeben, alles schön vermischen  und 5 Minuten schmoren lassen - jetzt sollte man die Hitze wieder hochschalten... Das Tomatenmark unterrühren und mit der heissen Geflügelbrühe ablöschen. Nun können auch die Kartoffeln, Chorizo, Lorbeerblätter, Nelken und die braunen Linsen in den Topf. Einmal aufkochen und dann die Hitze wieder (auf 4) runterschalten; die Suppe sollte sieden, aber nicht kochen. Zwischendurch ein paarmal rühren (Deckel brauchen wir heute nicht...). Nach 15-20 Minuten den Lauch und die roten Linsen in den Topf geben und weitere 20 Minuten köcheln lassen & das umrühren nicht vergessen, denn angebrannte Linsensuppe schmeckt nicht - das hat einer meiner Brüder ein paar Mal hinbekommen, als es eigentlich nur noch ums Aufwärmen ging ;-)... 


Die Suppe dickt durch die roten Linsen und die Kartoffeln ziemlich an - sollte sie zu dickflüssig werden, könnt ihr ruhig noch ein wenig heisses Wasser nachgiessen. Sie ist fertig, wenn die Linsen, die für Euch richtige Konsistenz haben - ich mag nicht so gerne knackige Linsen in meiner Suppe (andere Geschichte beim Salat...). Zum Schluss mit Zucker und Essig, Salz & Pfeffer abschmecken. Wienerli ein Scheiben schneiden und in den heissen Eintopf geben.


Ich könnte jetzt sagen Bon Appetit - aber ehrlich gesagt schmeckt die Suppe einfach am nächsten oder gar übernächsten Tag am Besten (Lorbeer & Nelken können ruhig drinbleiben - aber bitte Mitgeniesser vor den Nelken warnen)!


Also viel Spass beim Nachkochen & Geniessen und somit Bon Appetit! Und vielleicht hinterher Mutti oder Grossmutti anrufen und von der selbstgekochten Linsensuppe erzählen, die fast so gut schmeckt wie daheim :-)





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